Folge 21 – Epilepsie – Gewitter im Gehirn bei Kleintieren

Shownotes

  • Wer ist häufiger von Epilepsie betroffen – Hund oder Katze?
  • Wie erkennt man als Halter einen epileptischen Anfall?
  • Was ist der Unterschied zwischen einem generalisierten und einem fokalen Anfall?
  • Warum können die Symptome bei Katzen subtiler sein?
  • Wie lange kann ein epileptischer Anfall dauern?
  • Wie reagiert man richtig, wenn das eigene Tier einen Anfall hat?
  • Warum sollte man einen Anfall nach Möglichkeit filmen?
  • Was sollte man während eines Anfalls unbedingt unterlassen?
  • Was passiert bei einem epileptischen Anfall im Gehirn?
  • Wann wird ein epileptischer Anfall zum Notfall und wann muss das Tier sofort in die Tierklinik?
  • Welche Medikamente gibt es für den Notfall?
  • Welche Ursachen können epileptische Anfälle haben?
  • Die drei wichtigen Ursachengruppen: reaktive Anfälle, strukturelle Epilepsie und idiopathische Epilepsie.
  • Welche Hunderassen haben ein erhöhtes Epilepsierisiko?
  • Warum können auch schon Welpen epileptische Anfälle bekommen?
  • Wie läuft die Diagnostik beim Tierarzt oder beim spezialisierten Neurologen ab?
  • Welche Medikamente werden zur Langzeitbehandlung am häufigsten eingesetzt und wie gut wirken sie?
  • Ist Epilepsie heilbar oder lässt sie sich lediglich kontrollieren?
  • Können Tierhalter selbst etwas tun, um Anfällen vorzubeugen oder das Risiko weiterer Anfälle zu reduzieren?

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zur einundzwanzigsten Folge unseres tiermedizinischen Podcasts.

00:00:21: Ich bin Manuela Bauer, Ihr Host der sie durch das heutige Thema begleitet.

00:00:26: Heute sprechen wir beim Thema dass viele Tierhalte zunächst erschreckt Epilepsie bei Kleintieren.

00:00:33: Wenn ein Hund oder eine Katze plötzlich Krampf des Bewusstseins verliert, oder ungewöhnliches Verhalten zeigt ist die Verunsicherung oft groß.

00:00:41: Doch Epilepsie bedeutet nicht automatisch ein schlechtes Leben für das Tier.

00:00:46: Dank moderner Diagnostik und wirksamer Medikamente können viele betroffenen Tiere heute über Jahre stabil und glücklich leben.

00:00:54: Wir sprechen darüber, woran man epileptische Anfälle erkennt, welche Ursachen dahinter stecken und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

00:01:03: Außerdem klären wir was Tierhalter im Notfall tun sollten – und wann ein Besuch bei einem speziellen Neurologen sinnvoll ist!

00:01:11: Darüber spreche ich heute mit Tierarzt Alexander Paulserplotny Aguliera.

00:01:15: Hallo schön dass Sie sich Zeit für uns nehmen.

00:01:16: Herzlichen Dank für die Einführung, Frau Bauer und die Einladung.

00:01:20: Ich freue mich sehr heute hier zu sein um dieses oft missverstandene Thema aufzurollen.

00:01:25: Ich stelle Sie kurz vor nach Ihrem Tiermedizinstudium in Barcelona waren sie mehrere Jahre als Assistenten-Tierarzt in verschiedenen Tierkliniken in Spanien und Deutschland tätig bevor sie sich ganz auf die Neurologie konzentriert haben.

00:01:39: Aktuell absolvieren sie seit im Jahr zwanzig in der TierKlinik Oberhaching das anerkannte Residency Programme des.

00:01:50: Parallel dazu arbeiten sie an ihrer Doktorarbeit, an der LMU München wo sie intensiv an Entzündungskrankheiten des tentalen Nervensystems forschen und die Aussagekraft verschiedener Biomarker vergleichen.

00:02:03: Welche Tiere sind denn am häufigsten betroffen?

00:02:06: Die Hunde oder die Katzen?

00:02:07: Ja, am häufigsten betroffen sind ganz klar die Hunde.

00:02:10: Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen beim Hund und betrifft in der Praxis weniger als ein Prozent zur uns in die Klinikum.

00:02:19: Die Tiere wenn eine genaue Ablehrung sinnvoll ist.

00:02:22: Deshalb sehen wir als Überweisungsklinik auch mehrere Fälle.

00:02:26: Studien zeigen Werte von bis zu zwei Prozent ungefähr.

00:02:30: Katzen sind insgesamt seltener Betroffen.

00:02:32: Haben Sie Zahlen?

00:02:33: Wie viele Tiere das insgesamt sind?

00:02:36: Je nachdem, man sagt so eins.

00:02:39: Also jeder hundertdreißigste Hund, sagen wir mal so.

00:02:41: Wie erkennt man jetzt als Halter einen epileptischen Anfall?

00:02:45: Die Symptome sind ja sehr vielfältig!

00:02:47: Ja da haben sie recht... Für uns ist die Anamnese also eure Beschreibung als Besitzer der wichtigste Ausgangspunkt Denn nicht alles was wie ein Anfall aussieht auch einer.

00:02:58: Wir müssen vor allem drei Symptomen auseinanderhalten Die Syncope, die Bewegungsstörung und der echte epileptische Anfall.

00:03:06: Eine Syncope ist ein kurzes Ohnmacht meist durch einen Herzkreislaufproblem verursacht.

00:03:13: Das Tier sagt plötzlich zusammen Meist in Belastungssituationen kann dabei eine blaue Zunge zeigen holt sich aber blitzschnell wieder.

00:03:22: Bei einer Bewegungssteuerung bewochten wir unwildkürliche Verkampfungen des Körpers Aber das Tier bleibt voll bei Bewusstsein und ist zwischen den Episoden völlig normal.

00:03:34: Solche Visionen können von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden dauern.

00:03:39: Bei echter Epilepsie liegt die Ursache im Gehirn selbst.

00:03:43: Da unterscheiden wir zwei Formen.

00:03:46: Beim generalisierten Anfall ist das gesamte Gehirnen beteiligt.

00:03:49: Das Tier verliert das Bewusstsein, fällt auf die Seite holt das mit den Weinen, speichelt stark und verliert dabei oft Urin oder Kot.

00:03:58: Beim vokalen Anfall ist nur ein Teil des Gehirns betroffen.

00:04:02: Der Anfall zeigt sich viel unaufwälliger zum Beispiel durch rhythmisches Blinzeln, Zucken am Ohr oder am Gesicht, Kaunen im Lernen oder plötzliche Angst.

00:04:13: Das sind ja recht ausdruckstärke Symptome sag ich mal.

00:04:15: Ich hab gelesen bei Katzen Ist es subtiler?

00:04:18: Ja genau wie Sie gesagt haben bei den Katzen oft noch subtiler, weil sie beginnen häufig mit einem feinen Anzeichen.

00:04:28: Einen kurzen Zucker im Gesicht ein paar Sekunden starken Speicheln und plötzlich einen lauten Vokalisieren oder dilatierten Popillen zeigen Sie meistens.

00:04:38: Gehen Vokale so laut davon sich das machen die Hunde nicht?

00:04:40: Kalle anfällen spezifisch wie nur vokalisieren sieht man jetzt auch ... beim Hund, aber das ist der typische bei der Katze.

00:04:50: So haben wir es schon öfters mal gesehen wie die Katzen einfach nur plötzlich ... ... Minuten lang nur ... ... vokalisieren, schreien in die leere Schauern oder halt wirklich... ... auch nur speicheln durchgehend speichen und man denkt dass es halt dann etwas vom Magen ist oder so.

00:05:07: Jetzt haben sie gesagt ein paar Minuten weil Sie haben die anderen Sachen ja auch benannt.

00:05:10: was das für ein Zeitfenster hat?

00:05:11: Wie lange dauert so einen epileptischen Anfall?

00:05:13: Jetzt, vokaler Anfall ist es wirklich vor Schwierig zu sagen, weil es kann wirklich nur fünf Sekunden, zehn Sekunden sein.

00:05:20: Aber ich habe schon Patienten gehabt Katzen zum Beispiel die über mehrere Minuten gezeigt haben.

00:05:25: Wirklich nur Speicheln.

00:05:26: Für Speichen?

00:05:27: Nein, für Minuten lang aber jetzt so zwanzigmal am Tag und das fällt eigentlich nicht so auf dass es wirklich ein Anfall sein kann.

00:05:34: man denkt dann wirklich in wieder Zehne Probleme oder Magenprobleme und deswegen ist genau halt... Das ist schwierig, sowas für dich zu erkennen.

00:05:44: Wenn man es halt nicht kennt

00:05:45: und vielleicht ist mir noch gar nicht unbedingt dabei.

00:05:48: Ist

00:05:48: die Katze Freigängerin oder so?

00:05:51: Und wenn ich jetzt als Tierhalter so einen Anfall mitbekomme was soll ich denn machen und was soll Ich auf gar keinen Fall

00:05:57: machen?

00:05:57: Ja das ist ein entscheidender Punkt.

00:05:59: Ich glaube jeder kann sich vorstellen wie erschreckend so ein Moment ist und wie sehr er das mitnimmt.

00:06:05: aber das wichtigste Was ihr tun könnt ist eigentlich ganz einfach erstens ruhig bleiben.

00:06:11: Den Anfall selbst könnt ihr in dem Moment nicht stoppen, zweitens die Umgebung sichern.

00:06:17: wenn andere Tiere im selben Raum sind bringt sie ruhig aus dem Zimmer denn ein Tier im Anfall kann die anderen verunsichern und manche Tiere reagieren dann unruhig oder auch mal aggressiv räumt harte oder scharfe Gegenstände weg an denen sich das Tier verletzen könnte.

00:06:34: und drittens greift man dann zum Handy und die Uhrzeit zu prüfen, damit man weiß wie lange der Anfall dauert.

00:06:42: Und filmt ihn!

00:06:44: Dieses Video ist für uns eine Rologin der wichtigste Hinweis um die richtige Symptome zu erkennen, die weitere Abklärung zu planen und gegebenfalls die Therapie zu starten.

00:06:53: Was solltet ihr auf keinen Fall tun?

00:06:56: Erstens fast dem Tier niemals ins Maul.

00:07:00: Hunde und Katzen können ihre Zungen nicht verschlucken, aber die Kiefer krampft unkontrolliert.

00:07:07: Die Bissgefahr ist enorm!

00:07:09: Und zweitens versucht nicht das Tier festzuhalten – es ändert am Anfang nichts.

00:07:14: Wir sehen in der Notfallaufnahme leider immer wieder Tierhalter, die schwere Bisverletzungen haben.

00:07:20: Wenn ihr stattdessen ruhig bleibt, die Umgebung sichert und filmt, dann helft ihr am allermeisten.

00:07:26: Das fand ich jetzt interessant mit dem Filmen, weil normalerweise sagt man immer also diese schaulustigen so ungefähr die da irgendwie das Unglück filmen.

00:07:35: Aber hier ist es hilfreich in der Tat ja?

00:07:38: Ja, das ist wirklich sehr hilfrig!

00:07:39: Weil wenn man noch nie einen Anfall gesehen hat dann verstehe schon dass einem einfach erschreckt und das ist genau der Punkt wie wir nachher auch darüber besprechen was wirklich so ein Anfall ist und was nicht.

00:07:51: aber es kann wirklich etwas anderes sein Für uns, wenn wir einmal ein Video sehen können die Richtung schon besser einschätzen wo das hingeht.

00:08:05: Was passiert denn da genau im Gehirn während so eines Anfalls?

00:08:10: Stellt euch das Gehirnsatz einen riesigen Stromnetz vor.

00:08:13: Bei einem Anfall feuern die Nervenzellen plötzlich alle gleichzeitig und unkontrolliert.

00:08:19: es kommt sozusagen zu einem Kurzschluss im Kopf Genau.

00:08:23: Und wo?

00:08:24: genau?

00:08:24: diese Kurzschlussauftritt bestimmt, was wir dann am Tier sehen?

00:08:29: Beim vockalen Anfall ist nur ein kleiner Bereich in einer Gehirnhilfte betroffen.

00:08:33: Deshalb zuckt vielleicht nur das Gesicht oder eine Ohr.

00:08:36: Beim generalisierten Anfall breitet sich die Überladung blitzschnell über das gesamte Gehirn aus, was zum Bewusstseinverlust und zu heftigen Krämpfen am ganzen Körper führt.

00:08:47: Normalerweise ist so ein Anfall nach eins bis zwei Minuten von alleine vorbei.

00:08:52: das Gehirn schaltet sich quasi von selbst wieder ab.

00:08:55: Manchmal versagt dieser Schutzmechanismus jedoch und dann wird es gefährlich, von Cluster-Anfällen sprechen wir wenn ein Tier innerhalb vom Vierundzwanzig Stunden zwei oder mehr Anfälle hat und der Status Epilepticus ist der größte Notfall hier hört der Anfall gar nicht mehr von selbst auf.

00:09:14: Wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert Die Anfälle so dicht aufeinander erfolgen, dass das Tier zwischen nicht mehr aufwacht.

00:09:24: Dann müsst ihr sofort in die Klinik.

00:09:26: Denn ein Dauersturm im Kopf wirkt wie eine Überhitzung und kann das Gehirn dauerhaft schädigen.

00:09:34: Bei uns zählt jede Sekunde.

00:09:36: Wir verabreichen sofort Medikamente um dieses Gewitter zu stoppen Und je schneller das gelingt desto besser schützen wir das Gehänt euer Stieres.

00:09:44: Ein Tier, das einmal so einen schweren Notfall hatte, braucht danach eine engmaschige Betreuung.

00:09:50: Denn ein Teil dieser Patienten kann sogar etwas erneut erleben gerade in den ersten Wochen danach.

00:09:57: Haben Sie viele Notfälle dann?

00:09:59: Was Epilepsie betrifft?

00:10:00: Ja tatsächlich schon vor allem im Wochenende oder am Nachtdienst.

00:10:04: Und sind es Notfelle wo das erst mal aufgetreten ist oder kennen die Tierhalter das schon?

00:10:11: Ich würde jetzt so grob sagen Fifty-Fifty.

00:10:15: Es ist wirklich unterschiedlich und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass letzte Zeit mehr Neue quasi kommen als schon Patienten die schon Medikamente bekommen.

00:10:27: Weil heutzutage ist es mit Medikamenten zum Glück einfacher alles zu... Kann man's

00:10:33: einstellen?

00:10:33: Ja genau!

00:10:35: Aber Sie sagen es kommen mehr Neu.

00:10:38: Was sind denn die Ursachen, würde mich dann interessieren.

00:10:40: Gibt's da vielleicht sogar Umweltfaktoren, warum es mehr Neue gibt?

00:10:44: oder was sind die Ursachen?

00:10:46: Ja grundsätzlich kann ein Anfall viele verschiedene Ursachen haben sowohl im Gehirn als auch außerhalb.

00:10:51: Man unterscheidet grob drei Gruppen reaktiv strukturell und idiopathisch und darüber sprechen wir gleich genauer.

00:10:59: je nach Ursache ist die Prognose ebenfalls sehr unterschiedlich.

00:11:02: aber um ihre zweite Frage direkt zu beantworten.

00:11:04: ja Stress- und Umbildfaktore spielen eine große Rolle.

00:11:08: Wir nennen das Triggerfaktoren.

00:11:10: Sie lösen die Epilepsie nicht aus, aber sie senken vorübergehend die Reitschwelle im Gehirn und können dadurch einen Anfall begünstigen.

00:11:20: Typische Beispiele sind es allein bleiben wenn der Tierhalter das Haus verlässt starke körperliche Anstrengungen oder Stress durch ein Aufenthalt in der Tierspension.

00:11:30: Oder eine Tierklinik?

00:11:32: Nein, sag

00:11:33: ich jetzt weil letztens mit der Milka hier... Die hat sich so aufgeregt, sowas habe ich überhaupt noch nicht erlebt.

00:11:38: Ja die hatte eine blaue Zunge gekriegt und ja für die ist es der totale Stress.

00:11:45: Wenn ihr zu einem Notfall reinkommt was kriegen sie dann verabreicht?

00:11:49: Also es gibt spezielle Notfallmedikamenten wie das Diaze palm Rectaltuben wenn wen Zugang haben.

00:11:59: Es gibt auch andere Typen von, wenn zu dir Zepinen wie zum Beispiel Mieterzulam, das kann man auch intra-nasal eingeben.

00:12:06: ja sich schon so natürlich aber die Medikamenten wirken halt sehr schnell.

00:12:13: Können auch genetische Faktoren eine Ursache sein für Epilepsie?

00:12:17: Also steckt es sozusagen schon in der DNA.

00:12:20: Ja, um das zu verstehen unterscheiden wir drei große Gruppen.

00:12:24: Bei den reaktiven Anfällen ist das Gehirn selbst völlig gesund.

00:12:27: es regiert nur auf eine vorübergehende Störung von außen zum Beispiel eine Vergiftung oder eine Stoffwechselstörung.

00:12:34: bei der strukturellen Epilepsie liegt eine echte nachgewiesene Veränderungen im Gehirnen selbst vor etwa eine Entzündung eine Verletzung nach einem Unfall- oder Schlaganfall oder ein Tumor Und die idiopathische Epilepsie ist eine Ausschlussdiagnose, die wir erst stellen wenn wir alles andere sicher ausgeschlossen haben.

00:12:56: Ein rein genetischer Hintergrund ist bisher nur bei einigen bestimmten Rassen nachgewiesen oder vermutet.

00:13:02: Bei vielen Tieren bleibt die eigentliche Ursache schlicht unbekannt.

00:13:07: und warum ist uns diese Unterscheidung so wichtig?

00:13:10: weil eine Vergiftung oder ein Tumor eine ganz andere Behandlung braucht und eine andere Prognose hat als eine idiopathische Pilepsie.

00:13:18: Nur so können wir gezielt behandeln, bevor Berminenschäden entstehen.

00:13:23: Gibt es denn Hunderrassen die dazu erhöhtes Risiko haben?

00:13:27: Ja absolut!

00:13:28: Also beim Hund gibt es klare rassisch spezifischen Unterschiede.

00:13:32: Wir wissen aus der Forschung dass die idiopathliche Pilepsy bei bestimmten Rassen familiär geholft auftritt was stark auf einer genetische Hintergrund hindeutet.

00:13:42: Dazu gehören zum Beispiel der Border Collie, der Australien Shepard, der Labrador Retriever, der Belgischer Schäferhund und der Berner Sennenhund.

00:13:50: Bei Katzen ist das Bild anders da es die Erkrankung insgesamt seltener und eine klare Rassenpredisposition wie beim Hund ist bisher nicht gut belegt.

00:14:00: uns gibt schon der Signement also die Rasse alter Geschlecht des Tieres oft schon einen Hinweis wie intensiv wir behandeln müssen.

00:14:09: Aus großen Studien wissen wir zum Beispiel, dass ein Border Collie oder einen Australian Shepherd oft einen schweren Verlauf zeigt und schlechter auf ein einzelnes Medikament anspricht.

00:14:19: Als jetzt ein Labrador?

00:14:21: Ja gut der Labrator gehört auch zu dieser Gruppe, sagen wir so die halt mehr diese Diopathische PSB haben können.

00:14:26: aber ja genau...

00:14:28: Kommt es durch die Züchtung?

00:14:30: Weiß man auch nicht!

00:14:31: Man weiß

00:14:31: noch relativ wenig ne?

00:14:36: Wenn wir solche Rassen haben und die wollen damit züchten, sagen wir schon bitte mit dem Patient leider nicht.

00:14:42: Weil das kann sich dann an den nächsten Generationen weiterleiten.

00:14:47: Na klar werden solche schwereren Krankheiten von der Zucht ausgeschlossen?

00:14:50: Genau.

00:14:53: Dritt ist es im Laufe des Lebens auf.

00:14:56: oder können das auch junge Tiere schon haben?

00:14:58: Ja, leider ja.

00:14:59: auch sehr junge Tiere sogar Welpen können betroffen sein.

00:15:02: Die klassische idiopathische Pilepsie beginnt zwar meistens zwischen sechs Monaten und sechs Jahren aber wir sehen in der Klinik regelmäßig auch Patienten die jünger als sechs Monate sind.

00:15:13: Und bei diesen ganz jungen Tieren müssen wir besonders aufpassen, denn hier ist die Wahrscheinlichkeit für eine strukturelle Ursache im Gehirn oder ein Stoffwechselproblem deutlich höher als bei älteren Hunden.

00:15:25: Es gibt zwar selten einen rein genetischen Ausnahmen zum Beispiel den Lakotore Magnolo der sind Welpen schon in den ersten Lebenswochen eine besondere familiäre Form der Epilepsie zeigen können.

00:15:38: aber das ist nicht die Regel.

00:15:40: ich Ihr könnt euch das Gehirn eines Welpen wie ein frisch gebautes Haus vorstellen, wenn es dort schon so früh zu einem Kurzschluss kommt.

00:15:49: Liegt das meist an einen Fehler im Fundament oder in der Elektrik?

00:15:54: Wie läuft denn die Diagnostik dann beim Tierarzt bei Ihnen ab?

00:15:58: Die Ursachenfindung ist echte Detektivenarbeit.

00:16:03: Schritt für Schritt!

00:16:04: Wenn ein Tier nur einmal einen Anfall hat, ihr nicht sofort in Panik geraten.

00:16:09: Manchmal hat das Tier einfach etwas Falsches gegessen oder es lag ein kurzes Kreislaufproblem vor, erst wenn ein Tier zwei oder mehr Anfälle innerhalb von sechs Monaten hat wird eine weitere Abklärung wirklich sinnvoll sein.

00:16:23: Das wird dann untersucht?

00:16:25: Gut also der wichtigste Punkt ist für uns die Anamnese Also genauer Gespräch mit euch.

00:16:33: Und genau hier ist euer Video Gold wert!

00:16:35: Wir wollen wissen, gab es kurz zuvor eine Änderung beim Futter?

00:16:40: War das Tier vor Kurzem beim Impfen oder wurde ein neues Medikament verabreicht?

00:16:45: Danach geht es darum die Ursachen außerhalb des Gehens auszuschließen also eine internistische Abklärung mittels Blutentersuchungen, Blutdruckmesser und Kröntgenbilder, Ultraschall usw.. Diese Abkehrungen sollten auf jeden Fall durchgeführt werden, bevor wir einen MRT-Narkose planen.

00:17:01: Denn eine strukturelle Ursache im Gehirn selbst können wir letztendlich nur mit einem MRT vom Kopf und einer Untersuchung des Hinwassers sicher bestätigen oder

00:17:11: ausschließen.".

00:17:12: Und wenn sich jetzt dann tatsächlich herausstellt das Tier hat ne idiopathische Epilepsie... Welche Medikamente werden eingesetzt und hilft es dann wirklich auf Dauer?

00:17:21: Das ist rechtlich eine spannende Frage.

00:17:23: In Deutschland gilt nämlich die sogenannte Kaskadenregelung, das heißt für uns wir müssen zunächst die offiziell für Tiere zugelassenen Medikamente einsetzen.

00:17:31: erst wenn sie nicht ausreichen dürfen wir oft Präparate aus der humanmedizin ausweichen.

00:17:37: Für die tägliche Tabletten zu Hause haben wir drei verschiedene Mittel Finaubarital, Immepitoin und Kaliumbromit.

00:17:47: Phenomabital ist der wirksame Klassiker, der bei vielen Hunden Anfälle gut kontrolliert.

00:17:53: Imibitoin ist moderner und sehr gut verträglich, sollte jedoch nicht bei Cluster-Anfällen angesetzt werden.

00:18:01: Reicht das nicht aus?

00:18:02: Kombinieren wir oft Kalium Bromit dazu oder weichen legal auf einen Humampreparat wie Levitiracetam aus?

00:18:10: Und was ist im akuten Notfall was wir schon vorgesagt haben, wenn das Tier zu Hause krampft.

00:18:17: Dafür geben wir dir jetzt ein paar Brekthaltuben mit nachhause die über das Rektum verabreicht werden und das wirkt sehr schnell und soll einen Anfall oft direkt stoppen.

00:18:28: Wenn ein Tier als schwerer Notfall zu uns kommt und die Anfälle trotz aller Medikamenten nicht aufhören versetzen wir in ein künstliches Koma Und das gehen für eine gewisse Zeit vollständig herunterzufahren und so diesen gefährlichen Dauerzustand zu durchbrechen.

00:18:47: Ist

00:18:47: denn Epilepsie überhaupt heilbar?

00:18:49: In den allermeisten Fällen leider nein, aber sie ist heute sehr gut behandelbar und kontrollierbar.

00:18:55: Das Wort Heilung müssen wir in der Neurologie vorsichtig verwenden Denn es hängt ganz vom Ursprung ab.

00:19:04: Bei den reaktiven Anfällen haben wir die besten Chancen.

00:19:07: Wenn die Ursache außerhalb des Gehirns liegt, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung oder Vergiftung und wir diese Probleme erfolgreich behandeln, dann hören die Anfälle in der Regel auf!

00:19:17: Bei der strukturellen Epilepsie müssen wir vorsichtiger sein.

00:19:21: selbst wenn wir eine Gehenentzündung erfolgreich behandelt oder einen Tumor entfernen heißt das nicht automatisch dass die Epilepsy weg ist.

00:19:29: Im Gehirn können nämlich Narben zurückbleiben und deshalb benötigen diese Patienten meistens noch lebenslang Medikamente.

00:19:39: Und die idiomatische Pilepsie ist eine chronische Erkrankung, unser Ziel ist es die Anfälle so weit zu reduzieren dass die Tiere eine möglichst hohe Lebensqualität hat.

00:19:48: Eine Epilepsidiagnose ist heute kein Todesurteil mehr.

00:19:53: Allermeisten unsere Patienten führen trotz täglicher Einnahme vom Tabletten ein ganz normales, fröhliches Leben.

00:19:59: Sie gehen wandern und spielen in diesen glücklichen Familienmitgliedern.

00:20:04: das Stromnetz im Kopf können wir vielleicht nicht reparieren aber wir können es gemeinsam so stabilisieren dass die Lebensfreude des Tieres im Vordergrund steht.

00:20:14: Kann ich denn als Tierhalter... Also man ist ja dann als Tier Halter kann ich mir vorstellen schon bisschen unter Strom, sag ich mal, ein bisschen sensibilisiert und hat wahrscheinlich auch Ängste.

00:20:25: Dass so was ausbricht ... Kann man sich als Tierhalter präventiv etwas unternehmen?

00:20:31: Dass vielleicht das Tier zu unterstützen oder es in nicht stressige Situationen zu bringen?

00:20:38: Oder kann man als Tier Halter überhaupt was machen?

00:20:41: prämentiv?

00:20:41: Also eine Impfung oder eine Garantie gegen die idiopathische Pilepsi gibt es leider nicht.

00:20:47: Da spielt uns die Genetik einen Streich.

00:20:49: aber Und das ist eine gute Nachricht.

00:20:52: Im Alltag könnt ihr trotzdem was tun, erstens um überhaupt reaktive Anfälle zu vermeiden, sichern eurer... also sichert euer Zuhause wie für einen kleinen Kind.

00:21:03: Dinge wie Schokolade, Süßstoff, Ksyllid, Weintrauben oder Schneckenkorn im Garten sind für Nervensysteme richtig giftig.

00:21:11: und zweitens wenn euer Tier schon Epilepsie hat ist die beste Prävention die Tabletten eben abgänglich zu geben.

00:21:19: Wenn der Wirkstoff Spiegel im Blut abfällt, kann das schwere Anfälle auslösen.

00:21:24: Wir sehen in die Klinik leider immer wieder an Notfälle, die einfach durch ein vergessen Tabette oder einen Schokomapen auf der Couchstich ausgelöst wurden.

00:21:32: Mit ein bisschen Achtsamkeit habt ihr als Halter also selbst einen riesigen Einfluss.

00:21:39: Und eben auch wie Sie gesagt haben stressige Situationen vermeiden?

00:21:44: Wie zum Tierarzt zu gehen!

00:21:46: Das wäre jetzt im Fall von

00:21:47: Milka.

00:21:49: Die Tiere müssen ja eigentlich lernen, dass der Tierarzt gut ist und wir die Tiere hellschen wollen.

00:21:55: Deswegen ist es wichtig, dass sie schon ganz jung zu uns kommen zum Impfen und sich daran gewöhnen.

00:22:03: Vielen Dank Herr Saplotny-Ergelyera für das Gespräch und die spannenden Einblicke rund um das Thema Epilepsie!

00:22:09: Bei uns geht's nächsten Monat weiter mit der Folge Zweiundzwanzig Ein etwas trauriges Thema über den letzten Weg mit unserem Haustier.

00:22:19: Wann ist es Zeit, Abschied zu nehmen?

00:22:22: Ich freue mich wenn Sie auch da wieder dabei sind und vergessen sie nicht unseren Podcasts zu abonnieren damit Sie keine Folge verpassen!

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